Kommen wir gleich zur Sache. Google hat den Browsermarkt betreten und ist damit auf den besten Weg, sich ein großes Stück vom Browserkuchen abzugreifen. Nicht das es jetzt was Besonderes wäre, zumindest war es für Viele nur eine Frage der Zeit dass Google mit Chrome seinen eigenen Browser abliefert. Was die Features angeht, die sonst kein Browser so hat, viele sind es meiner Meinung nach nicht. Das Killerfeature dürfte jedoch der Task Manager für einzelne Tabs sein. Nicht selten stürzt mein Firefox komplett ab, nur weil ein Tab sich mal wieder aufhängt.
- Task Manager für einzelne Tabs
Erfahrene Windowsuser neigen ja dazu, in regelmäßigen Abständen [strg] + [alt] +[entf] zu drücken, das Gleiche in Grün Chrome gibt es nun auch für den Google Browser. [shift] + [esc] öffnet einen kleinen Dialog, der alle aktive Tabs anzeigt, natürlich inklusive Speicherverbrauch und bei Lust und Laune lassen sich diese auch mittels ‘end process’ abschießen.
- Visual Browser History
Noch ein paar Shortcuts. [strg] + [h] öffnet die Browserhistory. Natürlich gibt es diese Features auch in anderen Browser und wahrscheinlich ist der Shortcut auch überall gleich aber was ist hier so toll daran? Ja, es gibt nun ab jetzt – richtig – kleine Thumbnails dazu. Für alle, die nicht wissen, wie die Seite aussah, auf der sie eine Sekunde davor nochmal waren oder ihren Browser nur alle paar Jahre einmal anwerfen.
- Memory Usage Statistics
Dieses Feature ist wohl mehr ein Propagandawerkzeug, einen sinnvollen Zweck kann ich jedenfalls nicht erkennen. Bei Chrome in die Adressleiste mal Folgendes eingeben ‘about:memory’ und du hast eine aktuelle Aufstellung des Speicherverbrauches aller aktiven Browser. Hab gerade eben sowohl Safari, als auch Firefox, IE und Chrome offen und komisch, alle verbrauchen mehr Speicher, Chrome scheint am genügsamsten zu sein und ist auch noch fühlbar schneller. Super Schachzug um selbst die letzten IEler auf Googles Lager zu ziehen.
- Google V8 JavaScript Engine
Irrsinnig schnell, nicht nur bei Google Anwendungen, das war so mein erster Gedanke mit dem Browser. Dabei habe ich bewusst javascript-lastige Seiten geöffnet. Egal welche Seite, Chrome rendert selbst die größten JS-Libs mit nem Wimpernschlag. Meiner Meinung nach ist dieses undokumentierte Feature DAS ‘must-have’ moderner Browser. Vielleicht nicht gerade die V8 Engine sondern allgemein das Implementieren schneller Intepreter in Zeiten von Web-Zwoa-Null. Firefox, IE, zieht euch warm an. Firefox hat aktuell mit TraceMonkey eine ziemlich schnelle Engine am Start.
Eigentlich finde ich es ziemlich cool, dass Google mal wieder Microsoft mächtig in den Arsch tritt, nicht aus den Grund der ewigen Religionskriege diverse Lager. Die Safarianer werden wie immer auf ihr WebKit verweisen, wie toll doch Safari selbst im Mobile-Segment vertreten ist und Opera langsam als Platzhirsch verdrängt. Firefoxer sehen trotz des immens hohen Speicherverbrauch keinen Grund auf Chrome zu wechseln, immerhin fördert die Mozilla Foundation Entwickler und nicht ohne Grund kann die Community auf ein riesiges Arsenal an AddOns zurückgreifen. Hier fehlen einfach offene Schnittstellen seitens Google, Microsoft, Apple und Opera.
Was definitiv für den IE spricht, ist die makellose Integration von proprietäre Windowssoftware im Unternehmensbereich, mal von der allgemein hohen Verbreitung des Microsoft-Betriebsystems abgesehen. Unternehmen, die im Intranet auf SharePoint setzen werden wohl nicht ohne Probleme auf andere Browser umsteigen. Auf browser-blog.de schreibt Heiko Eckert über die aktuellen Features. Ich hab das mal zu Anlass genommen und mir ein paar Punkte herausgepickt.
1) InPrivate-Browsing
In einer zusätzlichen Browsersession browsen ohne Spuren (soweit ein Browser das beeinflussen kann) zu hinterlassen.
Das macht den wIE zu einem starken Business-Browser, vergnügt aber auch jeden Privatanwender der sich beim Onlinebanking am privaten oder fremden Rechner sicher sein möchte.
Dann definieren wir mal was ein Business-Browser ist. Business heisst in dem Fall wohl, dass der User nicht mehr umständlich den Browser neu konfigurieren muss bevor er eine geschütze Seite betritt oder Angst davor haben muss, dass vertrauliche Daten an Andere weitergegeben werden – und das in einen Tab. So wirklich vermisst habe ich dieses Feature nicht. Hab ich mir das überhaupt jemals gewünscht? Vielleicht verstehe ich die Funktionsweise einfach nicht richtig.
2) WebSlices
Definitiv ein Feature dass mich begeisterte! Basierend auf einem Standard kann man RSS-ähnlich definierte Bereiche einer Website aus dem Browser heraus verfolgen. Genial! Und ich freue mich drauf das hier demnächst ausführlich zu demonstrieren.
Hmm hab davon nur ein paar Screenshots gesehen und nicht wirklich eine Vorstellung davon, was das wirklich bringen soll. Ich mag ja das semantische Web, ehrlich, aber ich bin auch für klare Linien und Usability und was ich bisher gesehen hab ist einfach ein Overkill an Features die ich nicht brauche. Überhaupt bringt der neue IE Features mit, die ich gar nicht haben will. Alles was der Browser macht, gab es schon mal in anderen Browser was mich auch langsam zum Schluss bringt.
Warum hört kein Unternehmen auf die Kunden und versucht sich mal an Standarde zu halten. Schauen wir uns nur mal das Paradebeispiel Firefox an. Ein quelloffenes Communityprojekt dass die Wünsche der User berücksichtigt. Ich will eine funktionstüchtige CSS 2/3, CSS Implementierungen, damit wir Entwickler auch mal ohne Studium sämtliche CSS Hacks, ansprechende Designs entwerfen und umsetzen können. Ich will einen Browser der barrierefreihes Web fördert, insbesondere valide HTML Dokumente. Das würde mir vorerst absolut reichen. Wer will schon ein Feature-Monster wenn nicht mal die einfachsten notwendigsten Sachen funktionieren?

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